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Waschmittel
Das Seifenkraut wächst in der Nähe von Gewässern, seine Blätter und Wurzeln wurden in Wasser gekocht und lieferten eine schäumende Flüssigkeit, die als Waschmittel – vor allem für Wolle – diente. Diese waschaktiven Substanzen heißen Saponine. Saponaria
officinalishat ebenfalls ausgezeichnete Waschkraft (Amoniakgehalt), wie schon Griechen und Römer wußten. Kaiser Vespasian (39 bis 83 n.Chr.) hat die Urinsammler sogar besteuert. "Pecunia non olet: Geld stinkt nicht" war seine Meinung. Enthält Enzyme, mit deren Hilfe Blutflecken entfernt werden können. Man kann heute noch Seifen kaufen, die Rindergalle enthalten. Pflanzen, Bäume nehmen aus dem Boden das natürlich vorkommende Kalium auf. Die bei der Verbrennung entstehende Holzasche wurde früher mit Regenwasser übergossen und in Bottichen (Pott) gesammelt. Daher der Ausdruck POTTASCHE. Meist gab man die Asche in ein Tuch und seihte die Pottasche durch. In Wasser gelöste Pottasche bildet eine Lauge.
Sammelbehälter (Sechtelschaff) für Aschenlauge Eine stärkere Waschwirkung erzielte man, wenn man die Asche mit Löschkalk übergoß. So erzeugte man die viel "schärfere" Kalilauge. |
Geschichte der SeifeDer erste Hinweis auf Seifen findet sich in sumerischen Tontäfelchen (2.500 v. Chr.).
Schon damals verkochte man Pflanzenöle mit Pottasche. Nach Plinius haben die Germanen und Gallier bereits einfache Seifen hergestellt, während in der römischen Kaiserzeit Seifen noch nicht in Gebrauch waren. Fast 2 Jahrtausende wurde Pottasche mit gelöschtem Kalk in Kalilauge überführt. K2CO3 + Ca(OH)2 = CaCO3 + 2KOH Pottasche + gelöschter Kalk = Kalkstein + Kalilauge Kalilauge und Fett, hauptsächlich Rindertalg, wurden zu Seifen verkocht. Zur Zeit Karls des Großen gab es schon Seifensiedereien. Seifenzünfte gab es in Augsburg (seit 1324) Prag (seit 1336) und Wien (seit 1337) Da die Seifensieder auch zum menschlichen Genuß ungeeignetes und verdorbenes Fett und Öl verarbeiten konnten, war die Seifenherstellung mit einer unangenehmen Geruchsentwicklung verbunden. Die Seifensieder waren daher eher an den Rändern der Städte und Märkte angesiedelt.
Der Seiffensieder (1698) Der Aufstieg der Seifen vom Luxusartikel zum Konsumgut wurde durch den Aufschwung der Textilindustrie begünstigt und setzte mit der Erfindung des Leblanc-Sodaprozesses (1820) und der Einfuhr tropischer Pflanzenfette, wie Palmöl und Kokosöl (um 1850) ein. |
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Waschpulver1 907 erfand Fritz Henkel das erste Vollwaschmittel. Es enthielt neben Seifenpulver als Waschaktivator und Soda als Wasserenthärter NatriumPERborat als Bleichmittel und NatriumSILicat als Stabilisator = PERSIL.
NatriumPERborat + NatriumSILicat = PERSIL. |
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Seife = TensidÖl + Lauge = Seife Für den Chemiker ist die Seife ein Alkalisalz von höheren Fettsäuren, also ein Natrium- oder Kaliumsalz mit mindestens acht Kohlenstoffatomen. Die erforderlichen Fettsäuren (Carbonsäuren) werden in einem Siedeprozeß aus Fetten und Natron- oder Kalilauge freigesetzt. Wie wirken Tenside (Seifen) ?Eine wichtige Voraussetzung für das Benetzen von verschmutzten Textilien ist die Erniedrigung der Grenzflächenspannung. Die Oberflächenspannung verhindert, daß Öl und Wasser sich vermischen können. So kann auch reines Wasser nicht bis zum Schmutz vordringen, da Wasser aufgrund der großen Oberflächenspannung eine Tropfenform ausbildet. Eine Seifenlösung kann sich aufgrund der niedrigeren Oberflächenspannung in einer dünnen Schicht ausbreiten, bis an die Faser- und Schmutzoberfläche vordringen und Schmutz und Faser vollständig benetzen. So können z.B. auch wasserabweisende Textilien benetzt werden.
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Die ökologische Seite der Seifen und anderer TensideQuelle: Diplomarbeit Andrea Strangfeld, Universität Hannover, 1997 Abbaubarkeit von Seifen in KläranlagenBeim Eintritt der Seife in die Abwässer bilden sich durch Reaktion mit vorhandenen Salzen und Säuren sofort die unlösliche Kalkseife und Fettsäuren. Später erfolgt ein Zersetzungsprozeß durch die im Abwasser lebenden Mikroorganismen. Fettstoffe, wie in Seife und Kalkseife vorhanden, sind auch Bestandteile lebender Zellen und Stoffwechselprodukte der für den Abbau zuständigen Mikroorganismen und somit ohne nachteilige Wirkung für Abwasser und Gewässer. In 24 Stunden ist Seife zu 80%, in etwa drei Tagen zu 99% entfernt. Synthetische TensideDie besonders während der beiden Weltkriege auftretende Fettknappheit führte zu der Suche nach synthetischen Alternativen, also Waschsubstanzen, deren Ausgangsmaterialien Erdöl und Steinkohle waren.
Schlecht biologisch abbaubar, was in verschiedenen Ländern schon zu einem Verbot geführt hat. Seit Jahren weltweit wichtigste Tensid, basiert auf Erdöl. Durch Schaumstabilisatoren und Schaumregulatoren konnte man zum Verschwinden der Schaumberge auf den Flüssen beigetragen. LAS wird zu 73 bis 93% abgebaut aber verbleibt in hoher Konzentration im Klärschlamm. Haben bessere biologische Abbaubarkeit. Sie werden durch eine Reaktion von Fettalkoholen mit Schwefelsäure gewonnen. In flüssigen Waschmitteln finden FAS schon länger Anwendung, während sie in Waschpulvern erst seit 1993 eingesetzt werden. Negativ ist allerdings die schlechte Hautverträglichkeit von FAS zu bewerten. Aus tierischen und pflanzlichen Fetten und des krebserregenden Ethylenoxids, welches petrochemisch gewonnen wird. Sie haben geringe Härteempfindlichkeit und gute Hautverträglichkeit. Sie werden ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen erzeugt, nämlich durch Kondensation von Fettalkoholen mit Glucose bzw. Stärke und sind vollständig biologisch abbaubar, nicht toxisch und hautfreundlich. EnthärterDie Wirkung der Seifen bzw. der Tenside sinkt mit steigender Härte des Leitungswassers. Aus diesem Grund setzt man Enthärter ein, die die im Wasser gelösten Stoffe binden und so die Wasserhärte herabsetzen. Sie erleichtern dabei auch die Schmutzablösung
Die Wasserenthärtung erfolgt durch einen Ionenaustausch: Härtebildende Kalzium- und Magnesium-Ionen werden aus der Lauge aufgenommen, und nicht härtebildende Natrium-Ionen werden an sie abgegeben, diese landen im Klärschlamm. Gute Abbaubarkeit. Nachteilig sind die erforderliche starke Dosierung und der recht hohe Preis. unterstützen Enthärter und Tenside und können auch selbst als Enthärter wirken. Sie setzen im Abwasser Kieselsäure frei, worüber aber keine nachteilige Umweltwirkung bekannt ist. BleichmittelSchmutzflecken, die durch die Tenside nicht ausgewaschen werden können, werden mit einem Bleichmittel durch chemische Oxidation entfernt. Dieses Verfahren hat die früher übliche Rasen- bzw. Sonnenbleiche abgelöst. Es handelt sich hierbei um einen farbzerstörenden Prozeß durch aktiven Sauerstoff, der aus sauerstoffhaltigen chemischen Verbindungen freigegeben wird.
Aufgrund der guten Abbaubarkeit und der Nichttoxizität wird TAED als unbedenklich eingestuft. Hilfs- und Füllstoffe
Eine optimale Wirkung der Enzyme kann nur bei Temperaturen zwischen 50° und 70°C erreicht werden; bei höheren Temperaturen werden sie zerstört. Enzyme sind biologisch gut abbaubar Um den Weißeffekt frisch gewaschener Wäsche zu erhöhen, werden optische Aufheller eingesetzt. Die dermatologisch umstrittenen Verbindungen transferieren einen Teil des unsichtbaren ultravioletten Tageslichtes in sichtbares Licht. Allerdings gelangen sie auch teilweise ins Abwasser und weisen dort eine nur sehr geringe biologische Abbaubarkeit auf. sollen den im Waschprozeß gelösten Schmutz binden und fein verteilt in der Waschlauge halten. CMC ist jedoch schlecht abbaubar. Sie lagern sich auf Metallflächen an, schützt diese so vor der Lauge und unterstützen außerdem Enthärter und Tenside in ihrer Wirkung. Sie verringern das Auswaschen der Farben und werden in den sog. Colorwaschmitteln eingesetzt. Silikone und Paraffine verhindern das Überschäumen der Waschmaschine. Die Zusammensetzung der verwendeten Substanzen ist weitgehend unbekannt, so daß über die dermatologische Bedenklichkeit und die Abbaubarkeit nur selten Aussagen getroffen werden können. In pulverförmigen Waschmitteln liegt der Anteil dieser Stoffe bei 10 bis 50%. Neben dem Bestreben, den Produkten das psychologisch "richtige" Gewicht zu geben, liegen die Gründe in der Gewährleistung von guter Rieselfähigkeit, Dosierbarkeit, Löslichkeit und Lagerbarkeit. Natriumsulfat führt aber zur Versalzung der Gewässer. Einteilung der WaschmittelEin Teil der Tenside wird also in diesen Fällen ungenutzt in das Abwasser gegeben. Bleichzusätze sind sogar in den meisten Waschgängen unnötig, da sie nur bei hartnäckigen Flecken gebraucht werden. Buntwäsche schließlich verliert durch den Aufzug von optischen Aufhellern an Farbkraft. |